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Musik - Anfänge und Moderne - unser Leben mit Musik

Musik - Anfänge und Moderne - unser Leben mit Musik

Es ist ein gewaltiges Thema: der Mensch und die Musik. In unserer rationalen, von Technik beherrschten Welt wird die Musik gerne als eigentlich unwichtiges Beiwerk behandelt. Musik wird gehört, eben beiläufig. Doch tatsächlich gibt Musik dem Menschen viel mehr, als er oder sie sich vielleicht eingestehen wollen. Denn Musik ist hörbar gemachtes Gefühl. Musik, das ist Freude, Trauer, Schmerz und Glück. Musik ist Zündstoff für Adrenalin und genauso ein Beruhigungsmittel. Musik peitscht Massen in die Hysterie und gleichzeitig ist Musik das Bindemittel für ein friedliches Miteinander.

Musik ist Medizin

Der Mensch benötigt die Musik, denn alleine die Ratio, der Verstand, würde uns vermutlich in den Wahnsinn treiben. Musik ist ein in beide Richtungen funktionierendes Ventil für Emotionen der unterschiedlichsten Art. Natürlich haben sich längst auch Wissenschaftler der Musik angenommen und ihre Wirkung auf den Menschen untersucht. Alles, was messbar ist, wurde gemessen, wenn der Mensch Musik hört oder selber ein Instrument bedient. Sie verändert die Atemfrequenz, den Herzschlag, den Blutdruck, die Muskelspannung. Musik veranlasst den Körper, verschiedene Hormone auszustoßen, die wiederum den physischen Zustand verändern. Musik wird in der Medizin eingesetzt. Sie hilft dabei, Schmerzen zu lindern oder unterstützt die Rehabilitation von Schlaganfallpatienten. Nachweisbar bildet unser Gehirn unter dem Einfluss von Musik neue Nervenschaltungen.

Musik ist wichtig in der Erziehung von Kindern. In der sogenannten Bastian-Studie wurde nachgewiesen, dass Musikunterricht die soziale Kompetenz von Kindern positiv beeinflusst. Mit Musik wird unser Gehirn trainiert. Denn die im Ohr ankommenden Töne stellen eine wahre Informationsflut dar, die wir unbewusst verarbeiten. Diese Informationen, wie hohe und tiefe Töne, Klangfolgen, Rhythmus, Melodie, Position der Schallquelle und zeitliche Abstände der eintreffenden Töne, stellen für unser Gehirn eine Herausforderung dar und es beginnt, zu messen und zu vergleichen.

Durch Musik zu mehr Intelligenz?

Sehr interessant ist die Feststellung, dass sich das Gehirn von regelmäßig musizierenden Menschen verändert. Profimusiker und ebenso engagierte Amateure weisen in ihren Gehirnen Bereiche auf, die stärker als bei Nichtmusizierenden Menschen ausgebildet sind. So etwa die Areale, die sich mit der Steuerung der Motorik beschäftigen. Vor allem die Verknüpfungen zwischen dem Gehirn und den Händen werden beeinflusst, wobei sich neue Nervenbahnen bilden. Musik verhilft zu einem besseren Gedächtnis. Das haben beispielsweise die Religionen schon früh erkannt. Der Gesang von Kirchenliedern ist nicht nur eine Form der Anbetung, das Singen dient auch dazu, die Inhalte im Gedächtnis zu behalten. In der Neuzeit wurde diese Theorie durch einen Test verifiziert. Ein Professor lies seine Anatomiestudenten ihren Lernstoff vorsingen. Tatsächlich zeigte es sich, dass die gesungenen Inhalte besser im Gedächtnis haften bleiben, als wenn diese einfach nur gelesen oder geschrieben werden.

Dass Musik unser Gedächtnis und unsere Gefühle beeinflusst, weiß vermutlich jeder aus eigener Erfahrung. Wer hat nicht bestimmte Erinnerungen, die untrennbar mit einem Lied verbunden sind?

Musik als Waffe und in der Werbung

Musik kann aber auch eine Waffe sein. Sie kann der Steuerung von Menschen dienen. Nicht umsonst wurden schon frühe Werke verschiedener Komponisten etwa bei Militärparaden genutzt, um ein bestimmtes Bild bei der Bevölkerung und bei den Soldaten zu erzeugen. Ein gutes Beispiel hierfür ist der Radetzkymarsch des österreichischen Komponisten Johann Strauss. Nur wenige Kompositionen werden so eng mit dem Militärwesen verbunden wie dieses Musikstück, das in den Ohren moderner Menschen nicht übermäßig aggressiv wirkt. Im 19. Jahrhundert, der Entstehungszeit des Radetzkymarsches, hingegen war der Rhythmus dem Stechschritt der Soldaten auf den Leib geschrieben.

Im Grunde war es ein unbewusstes Werbemittel für den Dienst in der Armee. Heute ist aggressive Musik ein sehr bewusstes Werbemittel, gerade bei militärischen Einrichtungen, die Nachwuchs suchen. Musik in der Werbung ist ein besonderes Kapitel, wobei sich manchmal Kommerz und Kunst gegenseitig unterstützen. So manches Lied hat es Dank des Einsatzes in einem Werbespot in die Hitlisten der Radiosender und Musikverlage geschafft und nicht wenige Produkte verdanken umgekehrt ihren Verkaufserfolg einem bestimmten Lied. Ein paar Beispiele dazu:

Musik ist generationenübergreifend und gleichzeitig jeweils ein Meilenstein für eine Generation. Dabei ist jede einzelne Generation von „ihrer“ Musik so überzeugt, dass alles davor und dahinter entweder als Auftakt oder als Abgesang betrachtet wird. Die Musik der Jugend ist hierbei absolut prägend. Der eingefleischte Rock ’n´ Roller der 60er Jahre wird mit Rapp, Trance und Bitpop nur wenig anfangen können. Umgekehrt werden für einen 16-Jährigen des 21. Jahrhunderts Begriffe wie Funk Rock, Grunge oder Indie Rock kaum eine Rolle spielen. Doch war das schon immer so?

Von den Anfängen der Musik

Ein exaktes wann und wo gibt es in Bezug auf die Musik nicht. Ausgehend von der Theorie, das die Ursprünge des Menschen auf dem afrikanischen Kontinent zu finden sind, kann genauso angenommen werden, dass der erste Gesang in den Steppen und Urwäldern des schwarzen Kontinents erschallte. Vielleicht entwickelte sich der Gesang aus Rufzeichen, die den ersten Menschen zur Kommunikation über größere Distanzen dienten. Vielleicht half der Gesang aber auch gegen Ängste in der Nacht, denn der Mensch stand nicht immer an der Spitze der Nahrungskette. Von Afrika ausgehend trugen die Urmenschen den Gesang in die Welt. Im späteren Verlauf haben die verschiedenen Populationen auf den Kontinenten ihren jeweils eigenen Gesang geformt. Die Indios des Doppelkontinents Amerikas genauso wie die Aborigenes Australiens oder die mongolischen Nomaden Sibiriens. Irgendwann kam zum Gesang ein Instrument, vielleicht war beides auch gleichzeitig entstanden. Irgendjemand schlägt spielerisch auf einem hohlen Baumstamm einen Rhythmus und beginnt dazu zu summen oder zu singen. Alles ist möglich. Ohne eine Zeitmaschine werden wir es nie erfahren. Aber es finden sich Artefakte, die immerhin einen bestimmten Zeitraum festlegen, indem sicher ist, dass zu dieser Zeit Musik ein Bestandteil der menschlichen Kultur war. So etwa das älteste bisher gefundene Musikinstrument.

Das erste Instrument

Im baden-württembergischen Blaubeuren wurde eine aus Schwanenknochen gefertigte Flöte ausgegraben, deren Alter auf 42.000 Jahre errechnet werden konnte. Das ist eine Zeit, die von den Archäologen als Mittelpaläolithikum bezeichnet wird. Es ist die Zeit, als sich der Cro-Magnon-Mensch in Europa ansiedelt und langsam den Neandertaler verdrängt. Es war aber auch die letzte Kaltzeit im Alpenraum, zu dem Blaubeuren zählt. Die Landschaft war von riesigen Gletschern geprägt, die weit in die Tiefebenen hineinreichten.

In dieser eher unwirtlichen Umgebung hatten die damaligen Menschen bereits ein Instrument, das nicht einfach nur einen Rhythmus erzeugt, sondern Melodien, ganze Tonfolgen. In einer kalten Welt, in der das Mammut und der Höhlenbär zur Jagdbeute der Menschen zählten, saßen die Jäger und ihre Familien um ein wärmendes Lagerfeuer und spielten Musik. Vielleicht werden in der Zukunft weitere Funde gemacht, die noch ältere Musikinstrumente zum Vorschein bringen. Klar ist auf jeden Fall, das der Cro-Magnon-Mensch wie auch der Neandertaler keine barbarischen Wilden waren, denn um eine Flöte zu bauen, die nur dem Zweck des Musizierens dient, benötigt es kulturelle und soziale Reife.

Das erste Lied

Das erste niedergeschriebene Lied der Welt, das bisher entdeckt wurde, ist wesentlich jünger. Das hängt unter anderem damit zusammen, dass sich zuerst eine Schriftsprache entwickeln musste. Die Notwendigkeit einer Schrift ergab sich jedoch erst zu dem Zeitraum, als die Menschen begannen, untereinander Handel zu treiben. Der Handel wiederum basiert auf der Tatsache, dass aus den Jägern und Nomaden langsam Siedler wurden, die Städte und Dörfer gründeten. Tatsächlich sind viele Archäologen der Meinung, dass die vermutlich erste echte Schrift dieser Welt einem Zweck diente, der sich weit weg von der Musik bewegt. Es handelt sich um die Buchführung im alten Mesopotamien, die vor etwa 5500 Jahren der Verwaltung des Reiches diente. Zu diesem Gebiet im Nahen Osten gehört auch Syrien und dort fanden Archäologen das erste bisher entdeckte niedergeschriebene Lied der Welt. In der Nähe des heutigen Latakia am Mittelmeer wurde in den 1950er-Jahren von Altertumsforschern eine 3400 Jahre alte Tontafel ausgegraben, mit deren Keilschrift zuerst niemand etwas anfangen konnte. Es dauerte Jahrzehnte, bis die Schrift entschlüsselt war und dann stellten die Kryptografen erstaunt fest, das es sich um eine Hymne an die Gottheit Nikkal handelt, komplett mit Noten und Text, geschrieben für eine neunsaitige Leier.

Die Musik der Religionen

In den Jahrtausenden der kulturellen Entwicklung wurden der Gesang und das Musizieren vor allem aus religiösen Gründen zelebriert. Zumindest ergeben dies die Überlieferungen und Funde in der Altertumsforschung. Wie stark die Musik als reine Unterhaltung vertreten war, lässt sich erst mit umfassenderen Aufzeichnungen der Antike verifizieren. Auf der gesamten Welt entwickelte sich unabhängig voneinander das, was heute die Musikszene genannt wird. In Süd- und Nordamerika genauso wie in Indien, China, Afrika und Europa. Vor allem die Hochkulturen waren prägend. Für Europa waren dies zunächst einmal Griechenland und das römische Imperium. Den Kaisern auf der italienischen Halbinsel und Konstantinopel folgte eine wirre Zeit der Völkerwanderungen, der kleineren und größeren Kriege und letztlich das mittelalterliche und völlig zersplitterte Europa.

Der Gesang des Mittelalters

Wiederum ist es die Religion, die die Musik etwa ab dem 9. Jahrhundert prägt. Sakrale Lieder wurden in Kirchen und Klöstern gesungen und wieder entzieht sich der Forschung weitgehend, wie es sich mit der Musik verhielt, die nur zum Zweck der Unterhaltung erdacht und komponiert wurde. Geschichte wird von den Mächtigen geschrieben. Erst im 11. Jahrhundert findet sich mit dem Minnegesang endlich eine überlieferte eigenständige Form der Musik, die den menschlichen und nicht den göttlichen Bedürfnissen entspricht. Die Vorreiter dieser „Musikrichtung“ waren Franzosen. Der erste Trobador oder Minnesänger in Europa, dessen Lieder keinen religiösen Zweck besaßen, war Wilhelm IX. Herzog von Aquitanien, was in etwa dem Gebiet um das heutige Bordeaux entspricht.

Der Minnegesang sollte nun über Jahrhunderte die einzige Musikform bleiben, die neben den Kirchenliedern bestehen durfte und dies auch nur, weil die Minnesänger fast durchweg Adlige waren und somit mächtig genug, der Kirche die Stirn zu bieten. Trotzdem mussten selbst Herzöge aufpassen, dass die Texte ihrer Lieder keine Blasphemie waren. Zu dieser Zeit bedeutete etwa die Exkommunikation, der Ausschluss aus der Kirche, dass die betreffende Person zum Freiwild erklärt wurde. Jeder hatte das Recht, den Exkommunizierten zu töten.

Die Renaissance, Aufbruch in die Neuzeit

Im 15. Jahrhundert beginnen sich die Menschen in Europa langsam aus den Fesseln der religiösen Umarmung zu lösen. Es ist der Zeitpunkt, an dem aus heutiger Sicht die Vorstufe zur klassischen Musik entstand, die sogenannte alte Musik, wobei die Kirche weiterhin eine bedeutende Rolle spielt. Viele Komponisten der Klassik schufen kirchliche Werke oder besaßen sogar eine Stellung in der Kirche. Die Renaissance war vor allem der zeitgeschichtliche Rahmen, indem viele verschiedene Musikinstrumente entstanden, die es ermöglichten, das musikalische Repertoire enorm zu erweitern. So etwa die Violine oder die Querflöte.

Die Orgel, als mächtiges Instrument der Kirche, wurde schon viel früher erdacht. Der Ägypter Ktesibios erfand um 246 v. Chr. die Hydraulis, ein Vorläufer der Orgel. Die Römer setzten das Instrument später zur Untermalung der Schaukämpfe und Hinrichtungen in ihren Arenen ein. Ähnlich dem Orgelspiel in den ersten Kinosälen mit Stummfilmen des 19. Jahrhunderts. Nur waren die 2000 Jahre früheren römischen Vorstellungen in sehr realem 3D.

Zurück in die Renaissance oder besser in das darauf folgende Barock. Hier nun finden sich Komponisten, deren Werke bis heute nicht nur erhalten sind, sondern nach wie vor gespielt werden. So zählen zu den Barockkomponisten unter anderem:

Ab etwa Mitte des 18. Jahrhunderts beginnt das Zeitalter der Klassik. Fast genau in der Mitte des 18. Jahrhunderts, am 27. Januar 1756, wird in Salzburg ein Kind geboren, das wie kein anderes Musikgeschichte schrieb. Wolfgang Amadeus Mozart war ein unglaubliches Musikgenie. In seiner kurzen Lebenszeit von gerade einmal 35 Jahren schuf er 21 Opern, 13 Violinkonzerte, eine Vielzahl von Orchesterwerken, Liedern und Sinfonien. Es waren Hunderte musikalische Kompositionen. Um den Überblick über das Gesamtwerk Mozarts zu erhalten, richtete im Jahr 1862 Ludwig von Köchel das gleichnamige Köchelverzeichnis ein. In ihm sind 626 Kompositionen des Jahrtausendgenies aus Salzburg aufgeführt. Mozarts Werke besitzen eine geradezu sagenhafte Wirkung und haben ihre Strahlkraft bis in die Neuzeit erhalten.

Das 20. Jahrhundert, die Menschheit rückt zusammen

Das ausklingende 19. Jahrhundert und das beginnende 20. Jahrhundert bescherten den Menschen viele neue musikalische Eindrücke. Die Welt wurde kleiner. Neue Kommunikationsmittel wie auch schnellere Verbindungen zwischen den Kontinenten erlauben einen Austausch an musikalischen Informationen wie nie zuvor. Auch regionale Musik wurde nun dank der Schallplatte einem breiteren Publikum zugänglich. Plötzlich waren da unzählige Stilrichtungen der Musik zu vernehmen und alle diese Musikrichtungen unterteilen sich noch einmal in verschiedene Interpretationen. Jedes Volk dieser Erde, jede Ethnie und ebenso jede Sprache wie auch jede Religion besitzt seine eigene Musik. Dazu verändert sich die Musik im Laufe der Zeit. Jede Ära besitzt wiederum ihren eigenen Stil. Wo anfangen, wo aufhören? Eine erste Einteilung lässt sich durch den Verwendungszweck erstellen, wobei sich hier zwangsweise Überschneidungen ergeben müssen.

In diesen drei Gruppen befinden sich nun wiederum Hunderte Stilrichtungen, wobei die Kategorie U-Musik klar dominiert. Verständlich, denn heute dient Musik überwiegend der Unterhaltung. Hier finden sich:

Einige Stilrichtungen der U-Musik entgehen der obigen Einteilung, so wie etwa Barbershop, Easy Listening oder Lounge-Musik und ebenso finden sich viele Mischformen aus allen drei Kategorien.

Die Zeit nach den großen Kriegen

Die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts brachte den Menschen in der ganzen Welt nicht viel Erfreuliches. Gleich zwei Weltkriege hintereinander. Nachdem im Jahr 1945 die letzte große Schlacht in Europa geschlagen war, bedeutete die Nachkriegszeit zuerst einmal, den Wiederaufbau durchzuführen. Die dafür zuständige Kriegsgeneration besaß nicht nur in Deutschland trotz des verlorenen Krieges nach wie vor eine stark nationalistisch geprägte Einstellung. Gegen diese starre Haltung aus Vorväterzeiten begann schon die erste Nachkriegsgeneration zu rebellieren und dies vor allem mit ihrer eigenen Musik. Rock und Pop waren die Waffen der Jugend gegen steife Tanzmusik der Väter und Mütter. In der westlichen Welt war diese Szene vor allem durch englische und US-amerikanische Musiker geprägt. Die ersten Protagonisten des Rock `n` Roll waren:

Aus dem Rock `n` Roll der 1950er wurde in den 60er-Jahren die Rockmusik. Es waren vor allem die beiden englischen Gruppen „The Beatles“ und „The Rolling Stones“, die diesen musikalischen Zeitabschnitt beeinflussten. Es war gleichzeitig der Anfang der großen Rockbands, die mit ihrer Musik Tausende Menschen in Open-Air-Konzerte oder in Stadien lockten. So wie:

Es war auch die Zeit, in der ein weiterer Meilenstein der Musikgeschichte gesetzt wurde. Am 15. August 1969 startete das Woodstock Music and Art Festival. Mehr als 400.000 Menschen trafen sich, um 32 Bands und Solokünstlern an insgesamt 3 Tagen zuzuhören. Es war der Höhepunkt und gleichzeitig der Abgesang auf die Hippiebewegung. Im gleichen Jahr feierte eine Band ihren ersten nationalen Erfolg, die ein Mitglied in ihren Reihen hatte, das es später am Musikerhimmel zu ganz besonderen Ehren brachte. Die Band hieß „The Jackson Five“ und das damals elfjährige Mitglied war kein Geringerer als Michael Jackson. Es folgten:

Die 70er-, 80er- und 90er-Jahre

Sexuelle Befreiung war ein zentrales Thema der Siebziger, das sich in der Musik von Gruppen wie T-Rex, Sweet, Slade und Queen wieder spiegelte. Jede dieser Gruppen wie auch Solokünstler, etwa David Bowie, zeichneten für einen besonderen Stil. Bis heute greifen dabei alle Gruppen und alle Solokünstler auf Elemente ihrer Vorgänger zurück. Bands wie Pink Floyd oder Emerson, Lake and Palmer integrierten in ihre Musik sogar klassische Stil-Elemente.

Die teilweise pompösen Auftritte der legendären Bands der 70er passten nicht mehr so recht in die 80er. Rock und Punk gaben sich die Hand. Gegen den vom Mainstream und der Kommerzialisierung beeinflussten Pop gab es jedoch eine Abgrenzung. Die 80er waren ebenso die Hochzeit des Heavy Metals. Metallica, Motörhead und Iron Maiden waren dessen bekanntesten Vertreter. In den späten 80ern waren es dann Gruppen wie U2, REM, Genesis oder Simple Minds, die ein neues, ein sanfteres und vielschichtigeres Bild dieser Musikrichtung zeichneten.

Die ersten Jahre der 90er waren vom Experimentieren der Solokünstler und Gruppen geprägt. Pop, Punk und Rock wurden miteinander vermischt oder es entstanden besondere Stilrichtungen wie der Grunge, populär geworden vor allem durch die Gruppe Nirvana und ihrem Leadsänger Kurt Cobain. Das Experimentieren mit der Musik und ihren Stilelementen blieb bis heute erhalten. Genauso finden sich aber auch heute noch Bands und Solisten, die einen bestimmten, eindeutig zuzuordnenden Stil beibehalten.

Michael Jackson

Der King of Pop feierte seine ersten Soloerfolge bereits im Alter von 13 Jahren, allerdings mit klassischem R&B. Sein Aufstieg in den Pophimmel verdankte Jackson dem 1982 erschienen Album „Thriller“. Kein anderer Musiker prägte die 80er-Jahre so intensiv wie Michael Jackson und auch die 90er waren ohne Michael Jackson nicht denkbar. Der am 25. Juni 2009 verstorbene Jackson hinterließ ein musikalisches Erbe, das weit über den Pop hinaus reicht und Vorbild für viele musikalische Stilrichtungen heutiger Zeit ist.

Die Giganten der Musik

Statistische Zahlen sind in Bezug auf Musik etwas kompliziert. Natürlich kann einfach die Anzahl der verkauften Alben und Singles herangezogen werden. Das funktioniert auch wunderbar, solange die Interpreten noch ihre Urheberrechte besitzen. Doch was ist mit einem Genie wie Mozart? Seine Werke werden weltweit interpretiert und wiedergegeben. Allerdings immer unter dem Namen des aufführenden Orchesters, des Opernesembles oder des jeweiligen Solisten. Eine Statistik hierzu aufzustellen ist schlicht unmöglich. Darum bleibt nur, die Werke und Künstler heranzuziehen, die sich klar zuordnen lassen. Dazu können zwei Arten der Listung vorgenommen werden. Einmal die meistverkauften Alben und einmal die Liste der Künstler mit den meistverkauften Tonträgern gesamt. Bei den meistverkauften Alben werden hier die ersten 10 Titel genannt, von denen mehr als 40 Millionen Tonträger verkauft wurden. Die Angabe der Verkaufszahlen ist je nach Quelle unterschiedlich, darum schwanken die Zahlen in einer bestimmten Bandbreite. 1. Thriller, Michael Jackson: 65 bis 110 Millionen 2. The Dark Side of the Moon, Pink Floyd, 50 Millionen 3. Back in Black, AC/DC, 50 Millionen 4. The Bodyguard, Filmmusik, 45 Millionen 5. Bad, Michael Jackson, 30 bis 45 Millionen 6. Bat Out of Hell, Meat Loaf, 43 Millionen 7. Greatest Hits, Eagles, 42 Millionen 8. Dirty Dancing, Filmmusik, 42 Millionen 9. Saturday Night Fever, Filmmusik, 40 Millionen 10. Rumors, Fleetwood Mac, 40 Millionen

Während bei den meistverkauften Alben Michael Jackson mit gleich zwei Titeln klar führt, zeigt sich bei den Zahlen der insgesamt verkauften Tonträger ein anderes Bild. Auch hier sind die Angaben zu den Verkaufszahlen unterschiedlich.

1. The Beatles, 600 Millionen bis 1 Milliarde 2. Elvis Presley, 500 Millionen bis 1 Milliarde 3. Michael Jackson, 300 bis 750 Millionen 4. Madonna, 275 bis 300 Millionen 5. Elton John, 250 bis 300 Millionen 6. ABBA, 200 bis 360 Millionen 7. Led Zeppelin, 200 bis 300 Millionen 8. Pink Floyd, 200 bis 250 Millionen 9. Mariah Carey, 200 Millionen 10. The Rolling Stones 200 Millionen

Es geht natürlich auch anders, so wie die Liste der 500 besten Alben aller Zeiten, die von der Pop-Zeitschrift Rolling Stone erstmals 2003 veröffentlicht wurde. Hier sind die ersten drei:

Im Jahr 2009 wurde die Liste aktualisiert, was eigentlich ein Widerspruch in sich ist. Das liegt an der Kritik, die an der Liste geübt wurde. Basis für die Aufzählung waren die Befragungen von 273 Musikern, Kritikern und Plattenfirmen. Der größte Kritikpunkt bezieht sich auf die zeitliche Einteilung. Tatsächlich stammen die aufgeführten Bands in den 500 besten Alben aller Zeiten zu über 50 % aus den 60er und 70er-Jahren. Das kann durchaus als einseitig betrachtet werden.

Fazit

Musik lässt sich nicht einfach an weltweiten Verkaufszahlen festmachen, aber auch nicht am Urteil einiger Weniger. Neu erschienene Alben oder Singles besitzen natürlich einen Kaufanreiz und sei es nur, um die eigene Sammlung zu vervollständigen. Musik ist etwas Persönliches und die großen und kleinen Künstler, die bekannten und die weitgehend unbekannten Interpreten und Komponisten geben etwas weiter, das im Zuhörer etwas auslösen kann oder auch nicht. Darum haben die Aufnahmen von Walgesängen genauso ihren Platz in der Musik verdient wie etwa Richard Wagners Götterdämmerung oder Herbert Grönemeyers Bochum. Musik ist ein Faszinosum der besonderen Art und vielleicht die wichtigste kulturelle Errungenschaft der Menschheit, noch vor dem Rad oder der Schrift. Solange es Menschen gibt, wird es Musik geben, die genau das Gefühl vermittelt, das gerade dringend benötigt wird. In schlechten wie in guten Tagen.